Herkunft unserer Wolle:

Michell & Co. als Pionier für Alpakawolle aus Peru

Peru, die Wiege der Alpakas

In keinem Land gibt es mehr Alpakas als in Peru. Mit mehr als vier Millionen Tieren, ist etwa 80% der weltweiten Alpaka Population in diesem besonderen Andenland zu finden. Alpakas mit ihrem freundlichen, liebenswerten Charakter sind nicht nur schön anzusehen, sondern sichern den Lebensunterhalt von mehr als 120.000 Familien in den Andenregionen, die seit Generationen mit der Wolle arbeiten. Von der Alpakazucht bis zur Verarbeitung der Wolle zu exklusiven Textilien, wird das Wissen von einer Generation zur nächsten weitergegeben. Alpakas und Lamas sind eng mit der Kultur des Landes verbunden und wurden seit jeher als heilige Tiere angesehen, die damals wie heute in Zeremonien für „Mutter Erde“ (span. Pachamama) integriert werden. Die südamerikanischen Kamele werden als heilige Tiere angesehen und entsprechend mit Respekt behandelt. Bei den Traditionen des Landes spielen sie eine wichtige Rolle. Heute ist die Alpakafaser ein Vorzeigeprodukt des Landes Peru, ähnlich wie peruanische Pima Baumwolle oder die hochgeschätzte peruanische Küche. Auch geht man davon aus, dass die hochwertigste Alpakawolle aus Peru stammt. Das Qualitätslevel von Nachbarländern wie Bolivien, Chile und Ecuador ist nicht auf Augenhöhe mit der Wolle aus Peru.

Historie der Michell Gruppe

Die Geschichte der Michell Gruppe begann vor etwa einem Jahrhundert und ist stark von der Vision des Gründers Frank W. Michell geprägt. Zum ersten Mal bereiste er Peru im Jahr 1922. Vom ersten Moment an war er fasziniert von den Alpaka Tieren und ihrer Wolle, die unbeschreiblich weich, fein und glänzend ist. Im Jahr 1931 gründete Frank W. Michell im Alter von 35 Jahren das Unternehmen Michell & Co. mit der Vision, die Textiltradition der Anden zu prägen. 14 Jahre später wurde die erste Spinnerei eröffnet, was den Grundstein für die peruanische Alpaka Textilindustrie legte. 1987 verstarb der Pionier Frank W. Michell im Alter von 90 Jahren. 7 Jahre zuvor übergab er die Leitung des Unternehmens an seinen Sohn Michael Michell, der seitdem die Vision seines Vaters fortführt.

Heute ist Michell ein Name auf der ganzen Welt, bekannt für ihre Wolle (Garne) und hochwertigen Kleidungsstücke aus Alpaka und Vikunja. Damals Pionier, ist Michell mittlerweile führend in der Alpaka Textilindustrie und repräsentiert das Textil-Erbe Perus wie kein anderes Unternehmen.

Michell deckt die komplette Wertschöpfungskette ab, von der Alpakazucht, über die Herstellung von Garnen bis hin zum Verkauf hochwertiger Alpaka Kleidung in ihrem Online Shop, ihren lokalen Läden sowie an Widerverkäufer aus der ganzen Welt. Zu den bekannten Untermarken von Michell zählen die Kleidungsgeschäfte Incalpaca, Sol Alpaca, Patapampa und Alpaca Factory Outlet. Diese findet man insbesondere in
den Touristengegenden von Peru, wie Cusco, Arequipa und Lima.

Mundo Alpaca in Arequipa, Peru

Im Jahr 2006 fand die Eröffnung von Mundo Alpaca statt, ein Alpaka-Erlebniszentrum, dass die besonderen Eigenschaften von Alpakawolle bekannter machen soll. Hier findet man Alpakas und Lamas, die man füttern kann, sowie Erklärungen und Veranschaulichungen zum Prozess der Wolle von der Säuberung, bis zur Verarbeitung zu Textilien nach peruanischer Web-Tradition.

Fair Trade Zertifizierung

Ein weiterer wichtiger Meilenstein für die weltweite Expansion von Michell & Co. ist der Erhalt der Fair Trade Zertifikation, um Käufern eine bessere Orientierung zu geben. Michell ist das erste Textilunternehmen Perus, das diese Auszeichnung erhielt.
Seitdem orientiert sich das Unternehmen stärker in Richtung Nachhaltigkeit, Umweltfreundlichkeit und soziale Gerechtigkeit. Ihre Bekleidungsgeschäfte der Untermarke Patapampa beispielsweise unterstützen finanziell Bildungseinrichtungen für Kinder aus abgelegenen Andenregionen und leisten so einen wichtigen Beitrag für die peruanische Gesellschaft. Bis zu diesem Jahr hat Michell 11 weitere internationale Zertifikate erhalten zu Themen wie Tierwohl, Umweltschutz und Fair Trade.

Verarbeitungsprozess von Alpakawolle

Alpakas sind soziale Tiere und werden von Andenhirten und -gemeinden in Herden gehalten. Sie sind domestiziert und stammen von den wildlebenden Vikunjas ab. Das Scheren von Alpakas findet einmal jährlich statt und ist ein wichtiger Eingriff für die Tiere, damit sie im Sommer nicht überhitzen. Nach der Schur wird die Wolle in Sortierhallen gebracht, wo die ersten Klassifizierungsarbeiten durchgeführt werden.

Das Sortieren ist die manuelle Klassifizierung der Fasern nach Herkunft, Farbe und Faserlänge. Diese Aufgabe wird von erfahrenen Frauen und Männern ausgeführt, die traditionelle Sortiertechniken anwenden, die von einer Generation an die nächste weitergegeben werden. Die Sortierung kann nicht mechanisiert werden; die unterschiedlichen Eigenschaften des Materials und der Qualitätsstufen wie Babyalpaka Wolle, können nur von geschulten Augen und Händen beurteilt werden.

Nach dem Prozess der Sortierung folgt die Reinigung der Wolle, um sie von Erde, Gräsern, Kotresten und weiteren Verunreinigungen zu befreien. Im Anschluss gilt es die Fasern nach unterschiedlichen Farben zu sortieren. Alpakas kommen in einer Vielfalt an Farben vor, von weiß (creme), hellbraun, dunkelbraun, über grau bis hin zu schwarz. Ihre Farbvielfalt ist insofern sehr vorteilhaft für die Textilindustrie, da der Färbungsprozess häufig komplett entfallen kann. Auch die chemische Belastung der Kleidung wird so deutlich reduziert, was insbesondere für Allergiker vorteilhaft ist. Die Naturfarben von Alpakas sind intensive, glänzende Farben, die sich niemals auswaschen werden. Nach der Sortierung nach Farben folgt die Spinnung der Wolle, was bei Michell mit Maschinen durchgeführt wird. Die Nutzung von Maschinen stellt sicher, dass die Fasern maximal fein gesponnen werden und keine Unregelmäßigkeiten entstehen.

Sobald man die gesponnene Wolle in verschiedenen Farben zur Verfügung hat, kann der Prozess der Herstellung von Alpaka Kleidung beginnen. Hier unterscheidet man grundsätzlich die Nutzung von industriellen Maschinen und Kunsthandwerk-Maschinen, die weniger feine Resultate erzielen und mehr Handarbeit benötigen als industrielle Maschinen.

Bei Mundo Alpaca wird auch die kunsthandwerkliche Weberei gezeigt, die seit Jahrtausenden in Peru praktiziert wird und ein wichtiger Bestandteil des textilen Erbes des Landes ist. Durch das kreative Medium der Textilkunst gelang es den indigenen, peruanischen Völkern, sich in einer Weise auszudrücken, die keine andere Kultur je erreicht hat. Sie beherrschten verschiedene ausgefeilte Techniken und erreichten mit der Zeit ein Niveau von Fachwissen in der Weberei und Schönheit der gewebten Textilien, die keine andere Kultur je übertroffen hat. Die Rückengurtweberei ist eine Technik, die bereits vor der Inka-Zeit von verschiedenen Kulturen angewandt wurde, um feine Textilmuster herzustellen, die selbst heute noch schwer zu reproduzieren sind. Bei den Textilmustern werden Elemente aus der Natur und Tiere aufgegriffen sowie Symbole mit kultureller Bedeutung wie Pachamama, der Inka-Kalender oder Tumi.

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